In Kassel, der Hauptstadt der Deutschen Märchenstraße, leben ca. 190000 Einwohner auf etwa 100 km². Sie war eine historische Hauptstadt Hessens und hatte von 1277 bis 1866 Hauptstadtfunktionen inne. Die Einwohnerzahl Kassels überschritt im Jahr 1899 die 100000er Grenze, wodurch die Stadt zur Großstadt wurde.

Erstmals wurde Kassel im Jahr 913 urkundlich erwähnt. Dies ist der erste schriftliche Beleg für die Existenz Kassels und damit der Beweis, dass die Stadt auf eine mehr als tausendjährige Entwicklung zurückblicken kann. 1189 war Kassel erstmals als Stadt im heutigen Sinne bezeugt. 1277 wird Kassel Hauptresidenz des hessischen Landgrafen Heinrich I. der neugeschaffenen Landgrafschaft Hessen.

Wissenswert für Gutachten und Wertermittlung ist, dass nach den Zerstörungen durch britische Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs nur noch wenige historische Gebäude erhalten sind.  Die meisten Gebäude sind architektonisch im Stil der 50er Jahre gehalten. Die Überreste vieler historischer Gebäude wurden einfach abgerissen. Kassel wurde einerseits bis in den Stadtkern für den Autoverkehr optimiert, andererseits wurde mit der im November 1953 eröffneten Treppenstraße die erste Fußgängerzone der Bundesrepublik Deutschland angelegt. Das ist auch für Sachverständigenbüros von Interesse.

International bekannt ist Kassel vor allem durch den Bergpark Wilhelmshöhe mit den Kasseler Wasserspielen im Habichtswald. Er hat eine Fläche von 240 ha und verfügt über 500 verschiedene Gehölzarten. Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten und Attraktionen gehören Schloss Wilhelmshöhe, die Löwenburg, das Gewächs- und das Ballhaus. Am Fuße des Herkules sorgen die Wasserkünste alljährlich für ein außergewöhnliches Schauspiel.

Ab 1743 ließ Landgraf Wilhelm VIII, der Gründer der Kasseler Gemäldegalerie, Park und Schloss Wilhelmsthal in ländlicher Umgebung als Sommerresidenz, Lust- und Jagdschloss errichten. Der Schlossbau ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Region und gehört zu den wichtigsten erhaltenen Schöpfungen des Rokoko. Herausragende Künstler des 18. Jahrhunderts waren hier beteiligt. Das Schloss hat eine kostbare Innenausstattung mit geschnitzten Wandvertäfelungen, Stukkaturen und zahlreichen Gemälden von höchster Qualität.

Informativ für Immobilienbewertungen ist auch die seit 1955 alle vier bis fünf Jahre stattfindende Kunstausstellung documenta. Daher trägt Kassel seit März 1999 offiziell den Beinamen „documenta-Stadt“.

Die Brüder Grimm sind weltweit bekannt und Anziehungspunkt der Stadt Kassel. Generationen sind mit den in mehr als 170 Sprachen übersetzten Märchen aufgewachsen. Ihre Kasseler Zeit beschrieben die Brüder Grimm als die „arbeitsamste und vielleicht die fruchtbarste Zeit“ ihres Lebens. Nicht nur die Märchen wurden hier von Jacob und Wilhelm Grimm zusammengetragen, auch zahlreiche weitere Werke wie zum Beispiel die „Deutsche Grammatik“ und das „Deutsche Wörterbuch“ haben von Kassel aus ihren Weg und ihre weltweite Wirkung begonnen.